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450 Jahre Pfefferkuchen in Pulsnitz
Der früheste Nachweis für das Backen von Pfefferkuchen in Pulsnitz ist ein Privileg aus dem Jahre 1558, in dem es heißt: »Und soll ein Ider meister so viell Rockens Packen, als die gemeine Nottdurfft erfordert, Deßgleichen Pfefferkuchen...« Mit den Namen Deuffel und Ziegenbalg werden in einem Familienregister des im Jahre 1602 beginnenden Pulsnitzer Kirchenbuches die ältesten und bekanntesten Generationen Pulsnitzer Pfefferküchler benannt. Als Dritter im Bunde folgt Jacob Großmann, dessen Geschlecht Jahrhunderte überdauerte. Der um 1745 von seiner Wanderschaft aus Thorn in Westpreußen kommende »Becker und Küchlermeister« Gottfried Tobias Thomas sorgte für eine wertvolle Befruchtung des Handwerkes der Pfefferküchler in Pulsnitz. Waren es zunächst Bäcker, die neben Brot auch Pfefferkuchen herstellten, so finden wir ab Mitte des 19. Jahrhunderts in Pulsnitz Bäckereien, die ausschließlich Pfefferkuchen produzierten. 1939 soll es ca. dreißig Pfefferküchlereien gegeben haben. 1958 waren es noch sechzehn. Unter diesen befanden sich Betriebe mit langer Familientradition, neben noch recht jungen Werkstätten. Heute sind in Pulsnitz acht Pfefferküchlereien und eine Lebkuchenfabrik tätig.
Die acht Pfefferküchlereien haben sich als Handwerksbetriebe in einer Innung zusammen geschlossen und verleihen der Stadt ihren Beinamen "Pfefferkuchenstadt". Der Blick in die Backstuben der Meister bleibt jedoch dem Besucher von Pulsnitz aus hygienischen Gründen meist verwehrt.
Das Museum Pfefferkuchen-Schauwerkstatt, das sich im Haus des Gastes
direkt am Markt der Stadt Pulsnitz befindet, soll darüber hinwegtrösten.
Pfefferkuchen-Schauwerkstatt
Die Pfefferkuchen-Schauwerkstatt vermittelt den ungefähren Eindruck einer Pfefferküchlerei um 1900 mit Maschinenbetrieb und Handausstattung. Die Mehrzahl der Maschinen mit Transmissionsantrieb stammt aus der Bautzener Konditorei Fritz Trebes, ehemals »Süßküchlerei« C. M. Donath’s, gegründet 1785. Die Maschinen waren teilweise noch bis 1997 in Betrieb. Pulsnitzer Pfefferküchler und Bürger ergänzten die Ausstattung durch Schenkungen und der Heimatverein Königsbrück ebenfalls durch eine historische Ladeneinrichtung. Die Ausstellung vermittelt so eine authentische Atmosphäre. Zu sehen sind unter anderem eine Teigbreche, eine Pfefferkuchen-Auslängemaschine, eine Spitzkuchenschneide- und eine Ausstechmaschine. Das Museum Pfefferkuchen-Schauwerkstatt bietet Führungen an und auch den Einzelbesuch.
Pfefferkuchen selber backen
Zum Museum Pfefferkuchen-Schauwerkstatt gehört eine kleine Backstube, in der 4-8 Besucher gleichzeitig Pfefferkuchen backen und garnieren können. Jeder Teilnehmer muss eine gute Stunde an Zeit mitbringen.

Er erhält 200 g Lagerteig, den das Museum direkt von den
Pfefferküchlern
bezieht, und wird alle Schritte der Verarbeitung vom Ausrollen des Teiges, über das Ausstechen bis hin zum Garnieren selber ausführen.
Er kann so die Herstellung von Pfefferkuchen mit allen Sinnen nachvollziehen. Der Phantasie ist beim Garnieren freier Lauf gelassen, und Ausstechformen sind in großer Zahl und unterschiedlichen Formen vorhanden.

Selbstverständlich gehören alle Resultate den kleinen oder großen Backkünstlern und, um diese gut transportieren zu können, sollte man ein geeignetes Transportbehältnis mitbringen.
Erwachsene: 6 €; Kinder: 4 €
Nur nach vorheriger Anmeldung! (Ab vier Teilnehmer möglich)
Pfefferkuchen Verkosten
Im Gesellschaftsraum des Museums können Besucher Pfefferkuchen verkosten. Alle Pfefferküchler stellen beispielsweise "Spitzen" her, jedoch hat jeder dabei sein Geheimnis.
Man muß sich durchessen! 
Das Museum bezieht die Pfefferkuchen für die Verkostung direkt von den Pfefferküchlern. Vier Sorten werden jeweils zusammen mit Kaffee oder Tee angeboten und ihre Besonderheiten erläutert.
Die Pfefferküchlereien befinden sich in unmittelbarer Nähe des Museums Pfefferkuchen-Schauwerkstatt. Dort können Sie das ganze Jahr über die süßen Leckereien kaufen.
Führung und Verkosten von Pfefferkuchen:
Erwachsene: 5 €; Kinder: 3 €
Nur nach vorheriger
Anmeldung!(Ab fünf Teilnehmer möglich)
Öffnungszeiten
| Dienstag - Freitag: | 10-17 Uhr |
| Sonntag: | 14-17 Uhr |
Terminvereinbarungen außerhalb der Öffnungszeiten sind für Gruppen ab 8 Personen möglich!
Weitere Veranstaltungen des Ernst-Rietschel-Kulturringes e.V. in Pulsnitz
finden Sie hier
Publikationen

Himmelsbäckerei
Rezepte, 32 Seiten, 2005
Auflage 500
5 Euro

Der Lebkuchen – eine köstliche Weihnachtsgeschichte?
Geschichte, 32 Seiten, 2005
Auflage 500
5 Euro
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Mein kleines Märchenbuch I - Der süße Brei Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm Illustrationen von Hanns Georgi Auflage 300 5 Euro |
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Mein kleines Märchenbuch II - Schlaraffenland Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm Illustrationen von Hanns Georgi Auflage 300 7 Euro |
Sammlung
Kulturgeschichte
Fast 4.000 Sammlungsstücke zu den Themen Pfefferkuchengeschichte und altes Lausitzer Handwerk bilden den Bestand des Museums Pfefferkuchen-Schauwerkstatt und die Dauerausstellung. Kernstück ist dabei die Alte Pfefferküchlerei um 1900. Im Jahr 1999 wurde im dem Aufbau der Sammlung begonnen. Es ist noch eine sehr junge Sammlung, deren Bedeutung durch ständigen Ausbau wachsen wird und in Pulsnitz, dem weltweit einzigen Produktionsort von Pfefferküchlereien im traditionellem Sinne, besonders sinnvoll ist. Weitere Schwerpunkte sind der Blaudruck und die Keramik. Beide Handwerke werden ebenfalls in Pulsnitz ausgeübt.
Bildende Kunst
Seit der Gründung des Ernst-Rietschel-Kulturringes e.V. entstand eine noch junge vorwiegend grafische Sammlung, die ca. 10.000 Arbeiten umfasst. Schwerpunkte der Sammlung sind Autografen Ernst Rietschels und von Zeitgenossen an den Bildhauer, so Carl Gustav Carus, Julius Schnorr von Carolsfeld und Johannes Schilling aber auch Künstler der Oberlausitz des 20. Jahrhunderts, wie Peter Berndt,
Otto Garten, Gottfried Zawadzki, Rolf Werstler, Fritz Tröger und Künstler des 20. Jahrhunderts
u.a. Hermann Teuber, Valeska Biese, Horst Leifer, Richard Dreher. Seit dem Jahr 2002
ist mit der Walter-Nessler-Stiftung und der von ihr verwalteten, nichtrechtsfähigen
Herbert-Vogt-Stiftung eine umfangreiche Sammlung von Papierarbeiten, Collagen,
Malerei und Objekten angegliedert.




